Das Institut nutzt seit einem Jahr neue Digitaltechnik, um Immobilien zu vermarkten – mit Erfolg, erklärt Manager Uwe Nageler.

Die Immobilienvertriebe der Sparkassen können mit Videoclips in Internetanzeigen Eigenheime und Eigentumswohnungen besser vermarkten. Das zeigt ein Modellversuch der Kreissparkasse Böblingen, die seit einem Jahr auf diese neue Technik setzt. „Wir haben dadurch ein Alleinstellungsmerkmal unter allen Maklern in unserem Geschäftsgebiet gewonnen“, sagt Uwe Nageler, Leiter der Immobilienabteilung des baden-württembergischen Instituts.

Bislang werden Videoaufnahmen in Makleranzeigen im Internet selten eingesetzt, weil die Produktion der Filme sehr teuer ist. „Allein für die Aufnahmen vor Ort fallen von bis zu 700 Euro an“, sagt Nageler. Hinzu kämen die Kosten für die Schnitttechnik, so dass ein Videoclip am Ende häufig mit bis zu 1000 Euro zu Buche schlage.

Die Kreissparkasse Böblingen nutzt für ihre Videoclips jedoch die Technik des Multimedia- Spezialisten Trevid aus dem nahen Dettenhausen. „Dabei werden die Videoclips durch Herein- und Herauszoomen aus Standbildern generiert, die unsere Mitarbeiter mit einer gewöhnlichen Digitalkamera erstellen können“, erläutert Nageler. Bei der vor einem Jahr begonnenen Zusammenarbeit habe die Sparkasse einen Pauschalvertrag mit dem Diensteanbieter ausgehandelt.

Verzicht auf Retuschen

Durch die neue Technik sei es der Sparkasse gelungen, bei Immobilieninteressenten hohe Aufmerksamkeit zu wecken. „Aus Kundengesprächen wissen wir, dass die Videos unsere Objekte positiv auffallen lassen“, sagt Nageler. Dies helfe auch bei der Akquisition neuer Vermittlungsaufträge. „Selbst international agierende Makler-Franchiseunternehmen wie Engel & Völkers nutzen in unserer Region bislang keine Videoclips“, sagt Nageler.

„Die visuellen Reize durch die eingebundenen Videos unterstützen die Verkaufsstrategie“, sagt Trivids Marketingmanager Pascal Klein. Die Erfahrungen der Kreissparkasse bestätigen das Ergebnis einer Studie der Hamburger Beratungsgesellschaft Fittkau & Maaß Consulting. Danach zwingt die Flut von Immobilieninseraten auf Internetportalen Anbieter dazu, sich Alleinstellungsmerkmale zu erarbeiten. „Makler müssen ihre Angebote individuell weiter entwickeln“, sagt Mitinhaberin Susanne Fittkau.

Im vergangenen Jahr hat die Kreissparkasse Böblingen mit ihrem 15köpfigen Maklerteam 400 Objekte vermittelt und dabei einen Umsatz von rund 65 Millionen Euro erzielt. Neben Eigenheimen und Eigentumswohnungen ist das Institut im Herzen Baden-Württembergs auch in der Vermakelung von Gewerbeimmobilien aktiv.

Die Kreissparkasse schaltet ihre Internetanzeigen mit den Videoclips auf der eigenen Webseite, dem S-Immobilien-Portal der Sparkassen sowie auf den drei größten Branchen-Internetportalen. Die Videoclips können auch auf Smartphones und Tablets betrachtet werden. „Wir wollen die Kunden dort abholen, wo sie nach einem Objekt suchen“, sagt Nageler.

Bei den Digitalbildern und den Videoclips verzichte die Kreissparkasse bewusst auf Retuschen. „Wir zeigen die Immobilien so, wie sie sind, um Interessenten nicht zu verärgern“, sagt der Abteilungsleiter. Sparkassen, die das Böblinger Modell kopieren wollen, sollten allerdings einen Punkt beachten: „Auch bei der Vermarktung von Immobilien mit Hilfe von Videoclips gilt der alte Grundsatz, ‚In der Kürze liegt die Würze’“, sagt Nageler. Länger als 20 Sekunden sollte kein Clip sein. Sonst, das zeigt die Erfahrung der Kreissparkasse, steigen die Betrachter aus.

Autor: Richard Haimann
Erschienen: Sparkassenzeitung 06 / 13 – online Publikation, 4 Juni 2013 Kreissparkasse Böblingen